1998 wurde der Verein IG Abwärmenutzung Gasverdichterstation Ruswil (GVS) gegründet, mit dem Ziel, ein abwärmebeheiztes Gewächshaus für die Produktion von tropischen und subtropischen Nutzpflanzen zu projektieren und zu erstellen. Dieses Projekt wurde mit Geldern der regionalen Wirtschaftsförderung Regio+ maßgeblich unterstützt und 1999 realisiert. Erste Impluse zur Förderung der regionalen Wirtschaft konnten damit bereits verzeichnet werden.
Das 10-jährige Modell- und Entwicklungsprojekt bewies, dass das "Abfallprodukt Abwärme" gewinnbringend zur nachhaltigen Erzeugung von tropischen Produkten in der Schweiz genutzt werden kann. Die Produktion erfolgt ganzjährig – auch im Winter können Früchte mit hoher Qualität geerntet werden. Die lokal produzierten Papayas, Bananen, Sternfrüchte, Guaven, Mangos und Tilapias (tropischer Buntbarsch) aber auch Gewürze, Papaya- und Chilinudeln oder Papayahautcreme werden seither erfolgreich vermarktet. Durch die lokale Produktion können transportbedingte Umweltbelastungen vermieden und regionales Entwicklungspotential genutzt werden.
Das Tropenhaus Ruswil hat sich in dieser Zeit weit über die Region hinaus zur Tourismusattraktion entwickelt. Das Projekt lockte jährlich bis zu 10 000 Besucher und Besucherinnen in die "Tropen der Zentralschweiz". Aus dieser Erfahrung bestand nach Meinung der Betreiber auch ein grosses Interesse an weiteren Erlebnisangeboten. Das Tropenhaus Ruswil konnte jedoch dieser Marktlücke aus produktions- und sicherheitstechnischen Gründen nicht gerecht werden.
Mit einem neuen, das Tropenhaus Ruswil ergänzenden Erlebnisprojekt auf Wolhuser Boden sollte dieses Nachfragepotential erschlossen werden.