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Voodoo im Tropenhaus

Was ist der karibische Voodoo eigentlich? Gibt es Voodoo auch in unserer Region? Wir haben mit Kurt Lussi im Rahmen der Vorbereitungen für seinen Voodoo-Abend im Tropenhaus Wolhusen gesprochen. 

Kurt Lussi ist Ethnologe, Konservator für Volkskunde, Buchautor, Ausstellungsmacher und Referent. Ausserdem reiste er rund um die Welt, so auch nach New Orleans, wo er sich mit der Heiltradition «Voodoo» vertraut machte. Diese Heiltradition bringt er den Besuchern des Tropenhauses am Voodoo-Abend näher.

Auf Tuchfühlung mit Voodoo

Reverend Zombie's Voodoo Shop

Kurt Lussi, könnten Sie für unsere Besucher bitte einige Missverständnisse über Voodoo aus dem Weg räumen?
«Voodoo ist ein spiritueller Weg, der von westafrikanischen Sklaven in die Karibik und in den Süden der USA gebracht worden ist. Er besteht aus Elementen der Verehrung von Spirits. Mit den Klischees der Filmindustrie von bluttriefenden Zombies und Voodoo-Priestern, die mit dem Teufel im Bunde stehen, hat der echte Voodoo jedoch wenig zu tun. Und Voodoo-Puppen? So seltsam es tönt: Diese Vorstellungen stammen aus dem alten Europa, wo aus Wachs, Ton oder Holz hergestellte Figuren getauft und mit Nägeln besteckt oder verbrannt wurden.»


Voodoo ist vielen von uns sehr fremd. Wie sieht der spirituelle Alltag von Voodoo-Anhängern aus?
«Ist im Haus jemand krank, wird Liebe nicht erwidert oder ist einem ein Unrecht widerfahren, ruft man einen Spirit um Hilfe. Dazu baut man einen Altar in den Lieblingsfarben des zuständigen Spirits auf. Vor den Altar, der meist mit vielen Kerzen bestückt ist, legt man Opfergaben und Ritualgegenstände, die für die Zeremonie benötigt werden. So hat die Praxis des Voodoo Ähnlichkeit mit unserem katholisch geprägten Volksglauben.»

Bottle Spell Louisiana

Gerade in Luzern und der Umgebung gibt es traditionelle Sagen von Geistern. Kann man da von Luzerner Voodoo sprechen?
«Formen des Volksglaubens, der mit dem karibischen Voodoo Gemeinsamkeiten hat, findet man hier zuhauf. Dazu gehören auch die Marienwallfahrtsorte wie Luthernbad oder Werthenstein. Über viele Stalltüren hängt man noch heute ein Bild des hl. Wendelin um das Vieh vor Seuchen zu bewahren. Später wurden die nordischen Gottheiten dann allmählich christianisiert, wie dies fast tausend Jahre später auch bei den afrikanischen Sklaven geschah.»

Zuletzt: Welche Voodoo-Rituale lassen sich auch für uns Anfänger einfach im Alltag umsetzen? Ist es nötig, wie sie es im Tropenhaus Wolhusen machen werden, einen Altar zu errichten?
«Jeder kann seine Rituale so gestalten, wie sie für ihn stimmen. Wichtig bleibt jedoch der Glaube an eine Schöpfungsgottheit und die Existenz vergöttlichter Ahnen, die zwischen den Menschen und der Schöpfungsgottheit vermitteln. Mit einigen Kerzen, Musik, Räucherstoffen und ähnlichen Vorkehrungen schafft man schnell ein Ambiente, das einem den Kontakt mit den höheren Mächten erleichtert.»

Kurt Lussi

Kurt Lussi, geboren 1956 in Luzern, fokussiert seine Arbeit aktuell auf den Vergleich der traditionellen alpenländischen Heilkonzepte mit den Vorstellungen aussereuropäischen Kulturen. In diesem Zusammenhang reiste er zu den Luo am Nordostufer des Viktoriasees, zu den Massai im südlichen Kajiado District (Kenia) und zuletzt zu verschiedenen Voodoo Priestern und Priesterinnen.

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